In Wanderschuhen durch: Hamburg 

Auf Strandsafari am Elbwanderweg

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Traurig, aber wahr: nicht immer gibt einem das Leben die Gelegenheit für große Reisen, nicht immer können es mehrere Wochen Jakobsweg oder das Entdecken eines fremden Landes sein…. Doch die gute Nachricht, es gibt eine Medizin gegen chronisches und akutes Fernweh:

Rein in die Wanderschuhe und ab vor die Tür! 

Dies ist der erste Teil meiner Wanderserie, in der ich meine Heimat Hamburg und andere Regionen Deutschlands in Tagesetappen zu Fuß erkunde. Nachahmen empfohlen! Nebenwirkungen: ein entspanntes Grinsen und ein Glücksgefühl im Bauch am Ende des Tages.

Der Elbwanderweg

Auf dem heutigen Weg laufen selbst Orientierungslegastheniker wie ich kaum Gefahr verloren zu gehen. Die Naviation ist denkbar einfach: Es geht geradewegs die Elbe entlang, vom beschaulich-gediegenen S-Bahnhof Blankenese bis zu den Landungsbrücken direkt mitten ins maritime Herz Hamburgs zurück.

In entgegengesetzter Richtung ist der Weg auch Teil des deutschen Jakobswegenetzes. Einen Reisebericht zu meiner Wanderung von Hamburg nach Bremen auf der Via Baltica habe ich bereits hier im Blog veröffentlicht. Die Fotos in diesem Artikel stammen teilweise auch von letztem September, ich bin die Strecke ab Blankenese jedoch gestern erneut gegangen und kann daher auch ihre definitive Wintertauglichkeit bezeugen 😉

Blankenese und das Treppenviertel
Los geht es am Bahnhof Blankenese, der leicht mit der S1 und S11 zu erreichen ist, die alle paar Minuten verkehrt. Vom Bahnhof gehst Du einfach die abschüssige Straße entlang Richtung Elbe, nach ein paar Metern schildern auch Wegweiser den Weg aus. Doch noch bevor Du das Wasser erreichst wartet bereits das erste Highlight auf Dich: das Treppenviertel von Blankenese.

So viel mediterranes Flair wie hier erwartet man auf einer Streiftour durch Hamburg wohl kaum! Ein kleines Heile Welt-Käseglöckchen aus unzähligen Treppchen, Gässchen und eng gedrängten Häuschen am Elbhang. Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein und man hat das Gefühl hier kennt jeder jeden. Das Treppenviertel zählt zu meinen persönlichen Highlights der Stadt und ist jede Fahrt wert!

Von hier aus ist auch das Elbufer bald in Sicht, an welchem man links abbiegt und das man ab nun stets zu seiner Rechten hat.

Fluzeug-Babystube Finkenwerder

Während große und kleine Dampfer im Wasser an Dir vorüberziehen, kannst Du auf der anderen Seite des Ufers das Airbus-Gelände erspähen. Es gibt die Gelegenheit, einen Blick auf die in der Entstehung befindlichen Flugzeuge zu werfen und zu hören, wie die gewaltigen Triebwerke gestartet und geprüft werden.

Teufelsbrück bis Övelgönne

Zwischendurch gibt es Gelegenheiten die Tour zu verkürzen indem man eine Fähre Richtung Landungsbrücken nimmt, zum Beispiel am Anleger Teufelsbrück.

Auf dem Weg begegnen Dir nun ein dicker Findling am Strand, der sogenannte „Alte Schwede“ und verschiedene alte Segler und ausgemusterte Schiffe im Museumshaven Övelgönne. Dazu wird es, je nach Jahres- und Tageszeit, auch belebter auf der Strecke, denn der Elbeweg ist auch bei Hamburgern sehr beliebt.

Himmelsleiter und Elbchaussee

Bald erscheinen zu Deiner Linken schmucke Losten- und Kapitänshäuschen, an deren Eingangstüren Dich der Weg direkt entlang führt. Wahlweise kannst Du auch die „Himmelsleiter“, eine steile und lange Treppe hinaufsteigen, die Dich ein Level höher zur parallel verlaufenden Elbchaussee bringt, eine der teuersten Ecken Hamburgs mit eindrucksvollen und modernen Villen.

Cafes laden zum Entspannen ein -oder zum Unterstellen, wir sind hier immerhin in Hamburg- darunter die sehr bekannte „Strandperle“.

Fischmarkt, Landungsbrücken

Gehst Du weiter am Wasser entlang, führt Dich der Weg langsam aber sicher zurück in die City. Zur Rechten der Hafen, die Docks mit den vielen riesigen Kränen, die an Giraffen aus Eisen erinnern, die Musicalhäuser und um Dich herum der mittlerweile zu einem großen Teil mordernisierte alte Hafen, ein Mix aus Stahl, Glas und alten Backsteinhäusern, in denen früher die Fracht entladen und gelagert wurde. Dazu überquerst Du den Fischmarkt, der sich Dir -insofern Du die Wanderung nicht Sonntags morgens gegen 6 Uhr unternimmst- jedoch wohl nur in Form eines leeren Marktplatzes präsentieren wird.

An den Landungsbrücken hast Du die Möglichkeit entweder die Bahn zu nehmen, links zur nur einige Schritte entfernten Reeperbahn abzubiegen und die Tour zum Beispiel mit einer leckeren veganen Pizza in der legendären Pizzabande abzuschließen.

Alter Elbtunnel
An den Landungsbrücken wartet übrigens noch ein auf den ersten Blick leicht zu übersehendes Hamburger Kulturwahrzeichen auf Dich: der über 100 Jahre alte Elbtunnel, welcher auf spektakuläre Weise die beiden Elbufer miteinander verbindet. Du solltest einigermaßen schwindelfrei sein um die Treppen hinabzusteigen, ein Fahrstuhl ist jedoch auch vorhanden. Angekommen auf der anderen Seite bietet sich Dir ein ungewöhnliches und tolles Panorama über die City!

Infos zur Tour

Länge: ca. 12 Km, zwischendurch mit der Fähre verkürzbar

Dauer: ca. 2,5 – 3 Stunden

Navigation: sehr einfach, immer am Wasser entlang 🙂

Startpunkt: S-Bahnstation Blankenese

Zielpunkt: S- und U-Bahnstation Landungsbrücken

weitere Infos und Artikel zur Tour:

http://www.hamburg.de/fussgaenger-hamburg/315262/elbewanderweg/

http://www.indernaehebleiben.de/zurueck-in-die-naehe-von-wedel-nach-pauli/

http://www.merian.de/hamburg/deutschland/europa/artikel/edles-treppenviertel-blankenese

Autor: ichbindani

freies köpfchen, wild, bunt, vegan. neben der spur und doch auf einem guten weg

2 Kommentare zu „In Wanderschuhen durch: Hamburg “

  1. Hallo Dani!

    Klingt so, als ob zur Zeit doch keinen Trip auf dem PCT planst. Oder überbrückst du nur noch die Zeit, bis es endlich SOBO losgeht? Wie schaut’s denn aus damit? Würd mich freuen deine USA-Eindrücke zu lesen!

    Es ist schon erstaunlich wie schön man seine eigenen Heimat zu Fuß erkunden kann!
    Viel Spass beim urban hiking!
    LG Robert

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    1. Huhu!
      Für dieses Jahr musste ich meine Prioritäten doch anders setzen, da ich die Möglichkeit zu einer Ausbildung als Tätowiererin erhalten habe. Da konnte ich nicht nein sagen 😉

      Der PCT ist jedoch auf jeden Fall noch in Planung. Ich hoffe auf nächstes Jahr. Und falls alles anders kommt als gedacht wird es eine ähnlich große Tour durch Europa geben.

      Liebe Grüße!
      Dani 🙂

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