OMG, EIN JAHR ICHBINDANI!

Ein Jahr ichbindani, was passierte, was passiert!

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Wow, da dachte ich es wären noch ein paar Tage hin bis zum einjährigen Geburtstag von ichbindani.com, und sehe nun durch Zufall dass mein erster Artikel genau HEUTE vor einem Jahr das Licht der Welt erblickt hat! Darauf ein Gläschen Blubberwasser für Alle, und ein ganz großes Danke von Herzen an alle Menschen, die mich dabei bisher virtuell oder im richtigen Leben begleitet hat! Vielen Dank für die viele Unterstützung, sowie für die vielen lieben Kommentare und Nachrichten, die mich in den letzten Monaten erreicht haben. Eigentlich wollt ich heut über etwas ganz Anderes schreiben, aber das schreit doch nach einem kleinen Resümee, oder?

Also los, schnapp Dir nen Tee und nen Keks und begib Dich mit mir auf die Reise durch die Achterbahnfahrt der letzten zwölf Monate!

Vor etwas über einem Jahr gab ich alles was mich in Berlin hielt auf. Meinen tollen Job als Luftverkehrskauffrau im Crewsupport einer Airline, mein tolles Zimmer im Herzen von Friedrichshain und mein Leben in einer Stadt, in der ich ca. fünf Jahre meines Lebens verbracht hatte. Warum? Für mich war es die logische Antwort auf die Frage „Job oder Liebe“ gewesen, mein damaliger Freund war nach Hamburg gezogen, Fernbeziehungen waren nie mein Ding, dazu ging es ihm psychisch schlecht und ich wollte bei ihm sein.

Ein weiterer Punkt (und so ziemlich das Einzige für das ich dieser Enttäuschung von Mensch dankbar bin): mein Exfreund gab den Anstoß zum Gedanken, dass eine Ausbildung zur Tätowiererin tatsächlich möglich sein könnte… DER Traum den ich nie zu träumen gewagt hatte. Der mir so astronomisch erschienen war wie eine Karriere auf der ISS… Stattdessen hatte ich mich seit meinem 17. Lebensjahr darauf beschränkt jeden Euro in Tätowierungen zu investieren (der imaginäre investierte Kleinwagen wird von Jahr zu Jahr größer) und die Künstler im Stillen von der anderen Seite des Stuhls aus zu bewundern. Ich begann also wieder zu zeichnen!

Seit Kindertagen hatte ich keinen Zeichenstift mehr in der Hand gehalten… das Leben war irgendwie dazwischen gekommen. Bis auf ein einjähriges Praktikum als Vergolderin hatte ich stattdessen in Büros oder in Werkstätten gearbeitet (mein beruflicher Lebenslauf ist ein Thema für sich 😉 ) und meine Träume hintenan gestellt. Ganz unter uns… hier mein erster Entwurf nach Jahren der Zeichenabstinenz. Psst, zeig ihn nicht weiter 😉

Ca. sechs Wochen nach meiner Ankunft in Hamburg, genau zu dem Zeitpunkt als ich noch keine eigene Wohnung und Arbeit in Hamburg hatte, doch in Berlin bereits alle Brücken abgebrochen waren fiel dem Guten ein, dass er doch lieber keine Beziehung wollte, zumindest nicht mit mir. Damit hatte sich auch der Ausbildungsplatz im Tattoostudio seines besten Freundes erledigt. Ich suchte unter Hochdruck nach einer Bleibe und einem Job, fand ein tolles Wg-Zimmer und einen noch tolleren Job in einem veganen Cafe, dem Goodies. Spoiler: hier bin ich noch heute Nachmittag anzutreffen um Dir einen leckeren Kaffee und Kuchen zu servieren, komm vorbei! 😉

Psychisch ging es mir zu dieser Zeit sehr schlecht, die Trennung nahm mich unglaublich mit und ich fühlte mich wie in einem reißenden Fluß umhergespült, ohne Halt und Kontrolle. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt startete ich auch den Blog.  

Ich wollte meinen Weg im Stil eines Tagebuchs dokumentieren. Würde ich es schaffen, den Traum vom Tätowieren zu verwirklichen? Meinen Weg weitergehen? Oder früher oder später doch wieder im Büro landen, weil mir das Geld oder die Luft ausgegangen waren? Dazu wollte ich das Ganze sehr ehrlich und persönlich halten. Die Risiken, Zweifel und die schwachen Momente -der Preis für echtes Glück- nicht aussparen, um auch anderen Menschen Mut zu machen.

Die Monate vergingen, ich zeichnete und schrieb hin und wieder einen Artikel. Hauptsächlich arbeite ich jedoch viele Stunden im Cafe um über die Runden zu kommen. Langsam aber sicher rückte der Traum wieder in weite Ferne…. hatte ich wirklich eine Chance, bei all den wahnsinnig talentierten, gut ausgebildeten Künstlern auf dem Markt? Die nicht so wie ich eine zehnjährige Zeichenpause eingelegt hatten? Von denen heutzutage immer mehr Grafiker und Illustratoren sind oder Kunst studiert haben… Ganz ehrlich: Bis zum heutigen Tag konnte ich nicht den Mut fassen, mich auch nur in einem Einzigen Studio formell für eine Ausbildung zu bewerben.

Der Frühling rückte näher und es musste etwas passieren. Im Jahr zuvor hatte ich meinen Exfreund auf den ersten 100km seines Jakobsweges begleitet… warum diesen nicht zuende führen? Allerdings war ich akut pleite. Eine Idee entstand: die viele Zeit nutzen um zu zeichnen und die Bilder (Karten, wie mir später in den Sinn kam) gegen Spende am Weg verkaufen um damit die Weiterreise zu finanzieren! Ich arbeitete mit Hochdruck an Entwürfen und immer mehr füllte sich der Blog und die Facebookseite mit Leben.

Irgendwann entstand die Idee, das Ganze noch mit einer Spendenaktion zu verbinden, von jeder bestellten und verschickten Karte würde also die Hälfte an eine Tierschutzorganisation gehen.

Lustigerweise stellte sich auf der Reise heraus, dass die Karten- und Spendenaktion vor Ort niemanden groß interessierte (und ich unfähig war, den Leuten in klaren Sätzen von meinem Blog und der Spendenaktion zu berichten), dafür im Internet die Resonanz umso größer war! Nach nicht langer Zeit verschob sich mein Fokus, ich gab den Plan auf, mich selber durch die Spenden zu finanzieren, reiste stattdessen so minimalistisch wie möglich, und konzentrierte mich komplett darauf, so viele Spenden wie möglich für das Land der Tiere zu sammeln.

In den sieben Wochen lief ich insgesamt 850 km zu Fuß, schrieb fast jeden Abend einen Bericht auf dem Blog und berichtete auf Instagram und Facebook, zeichnete und verschickte insgesamt ca. 30 Karten und sammelte so insgesamt über 800 Euro Spenden, wovon die Hälfte an das Land der Tiere ging. Mit der anderen Hälfte finanzierte ich Zeichenausrüstung, Material, Porto und das Tablet, welches auf der Reise dabei war und von dem aus ich Dir gerade schreibe.

Sidefact am Rande: Ich hatte ernsthaft geplant jeden Tag sechs Stunden zu laufen, sechs Stunden zu zeichnen und zwei Stunden für Artikel und Internetkrams aufzubringen, das hielt ich für sehr realistisch… Wer selbst mal einen längeren Weg gewandert ist oder gar auf dem Camino unterwegs war kennt wahrscheinlich den puddingartigen Zustand in dem sich das Gehirn nach 6-8 Stunden Wandern befindet, da  übersteigt selbst das Kochen einer Portion Nudeln fast die kreativen Kräfte 😉

Trotzdem schrieb ich fast jeden Abend oder in Pausen tagsüber die Tagesberichte (2 Std reichten dafür bei Weitem nicht aus) und verbrachte Pausentage im Bett um die Karten zu zeichnen. Auf dem Blog gingen so viele Bestellungen und Spenden ein, dass ich schon nach zwei oder drei Wochen gar keine neuen Bestellungen mehr annehmen konnte, wahnsinn!!!

Alles in Allem war es eine unglaubliche Arbeitsbelastung, aber auch eine unbeschreibliche Erfahrung, die ich auf einen Fall missen möchte. Diese Reise hat mir so viel mitgegeben und ich bin unglaublich dankbar für diesen grandiosen Sommer. 
Seit August bin ich wieder zurück in Deutschland. In den ruhigeren letzten Wochen auf dem Blog habe ich noch einige Karten, die ich auf dem Weg einfach nicht mehr geschafft habe fertiggestellt, dazu war ich noch einmal fünf Tage auf einem deutschen Jakobsweg von Hamburg nach Bremen unterwegs. Zeichnerisch hat mir der Sommer gebracht was ich mir erhofft hatte, ich bin viel schneller geworden und geübter.

Tja, und jetzt? Habe ich endlich den Schritt gewagt und meine erste Tätowierausrüstung bestellt! 

Ich bleibe dem Minimalismus treu und werde mich aufs „Stick and Poke“-Arbeiten konzentrieren, bei dem ohne Maschine gearbeitet und jeder Punkt nur mit der Hand und Nadel gesetzt wird. Diese Form des Tätowierens ist um einiges zeitaufwändiger, kommt den Ursprüngen des Tätowierens sehr nahe und ist verträglicher für die Haut. Ja ich weiß schon, du willst Ergebnisse 😉 Hier mein erster Versuch.

Beim genauen Hinsehen sieht man die einzelnen Punkte, das ist typisch bei Stick and Poke. Dieses Tattoo hat ganze acht Stunden gedauert 😉 In den nächsten Wochen wird es weitere Ergebnisse zu sehen geben, wirf hierfür mal einen Blick hier– und darauf um auf dem Laufenden zu bleiben! Ach ja, und solltest Du in der Nähe von Hamburg sein und Dich als Versuchsobjekt bereit stellen wollen, schreib mir gern!

Und eine weitere Idee ist geboren… größer, weiter, PCT! 🙂 Der unter Anderem aus dem Film „Wild“ mit Reese Witherspoon bekannte Wanderweg quer durch die amerikanische Wildnis, von der mexikanischen Grenze bis Canada, durch die Wüste und über schneebedeckte Gipfel, Bären, Schlangen, Adler, Skorpione… Dagegen war der Jakobsweg ein Spaziergang! Aber einfach kann ja jeder! 😉

Bis dorthin gibt es einige Hürden zu bewältigen an denen das Projekt wirklich scheitern könnte: allen voran die Finanzierung, das Visum und eine Fußverletzung die bis zum vorraussichtlichen Start im April nächsten Jahres geheilt sein muss. Dazu kommt die Frage: ist der PCT vegan zu bewältigen? Ich bin fest dazu entschlossen und möchte darüber schreiben! 

Hast Du Lust mich vom Start an auf dieser Reise zu begleiten? Dann auf auf ins zweite Jahr von ichbindani.com! 😍

Autor: ichbindani

freies köpfchen, wild, bunt, vegan. neben der spur und doch auf einem guten weg

1 Kommentar zu „OMG, EIN JAHR ICHBINDANI!“

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